Schulung für Qualitätsregelkarten gemäß ISO 7870-2 und SPC-Manual (VDA/AIAG)
Nach erfolgreicher Durchführung der Eignungsnachweise für Maschinen und Prozesse muss die laufende Produktion kontinuierlich überwacht werden, um signifikante Veränderungen zu erkennen und ggf. rechtzeitig korrigierend in den Prozess eingreifen zu können. Diese Überwachung erfolgt in der Qualitätssicherung stichprobenartig mit Regelkarten. In diesem Qualitätsregelkarten Training für das Qualitätsmanagement lernen Sie, wie die zugehörige Technik funktioniert und wann welche Regelkarte verwendet wird.
Die Schulung zu Qualitätsregelkarten im Detail
Prinzipien bei der Regelkartentechnik
- Allgemeine Anwendung von Regelkarten
- Prozessbezogen vs. toleranzbezogen
- Stichprobenfrequenz und -umfang
Shewhart-Regelkarten
- Stichprobenfrequenz festlegen
- Karten für die Prozesslage
- Einzelwert
- Stichprobenmittelwert
- Stichprobenmedian
- Karten für die Prozessstreuung
- Standardabweichung
- Spannweite
- Shewhart-Regelkarte mit erweiterten Grenzen anwenden
- Stabilitätskriterien
- Umgang mit Ausreißern
Weiterführende Informationen
Was ist eine Qualitätsregelkarte?
Eine Qualitätsregelkarte ist ein zentrales Instrument der Statistische Prozesslenkung (SPC) und dient der kontinuierlichen Prozessüberwachung und -regelung. Sie visualisieren Stichproben aus einem Prozess über die Zeit und zeigen damit die Lage und Streuung dieser Prozessdaten an. Mithilfe von Warngrenzen und Eingriffsgrenzen erlaubt die Regelkarte eine Unterscheidung zwischen zufälligen Schwankungen und systematischen Prozessschwankungen, die frühzeitig erkannt und korrigiert werden können. Shewhart-Regelkarten liefern eine statistisch fundierte Basis für Qualitätsnachweise und Prozessfähigkeitsanalysen.
Was sind die Inhalte von ISO 7870-2?
Die Norm ISO 7870-2 beschäftigt sich mit Shewhart-Regelkarten und beschreibt deren Anwendungsbereich, notwendige Vorbereitungen sowie die einzelnen Schritte zur Erstellung. Sie definiert der einzelnen Arten von Qualitätsregelkarten für variable und attributive Daten, darunter die Mittelwert- und Spannweitenkarte, die Mittelwert- und Standardabweichungskarte und Mediankarte. Dazu erläutert die Norm die Auswertung dieser ISO 7870-2 Regelkarten und wie diese zur fortlaufenden Prozessüberwachung eingesetzt werden. Sie stellt auch die Berechnungsformeln und Faktoren für die Regelgrenzen bereit.
Wann wird eine Shewhart-Regelkarte verwendet?
Eine Shewhart-Regelkarte wird verwendet, um Prozesse über die Zeit statistisch zu überwachen und Abweichungen mithilfe von Warn- und Eingriffsgrenzen früh sichtbar zu machen. Sie dient dazu, die Prozessstabilität aufrecht zu halten, ohne jede zufällig auftretende Schwankung zu korrigieren.
Besonders sinnvoll ist ihr Einsatz
- nachdem Eignungsnachweise erfolgt sind und der Prozess weiterhin fortlaufend überwacht werden soll.
- wenn Trends, Ausreißer und Grenzwertverletzungen früh erkannt werden sollen.
- wenn das Hauptziel die Prozessstabilität ist und kein einmaliger Soll-Ist-Vergleich.
Was ist bei Regelkarten der Unterschied zwischen Warn- und Eingriffsgrenze?
Die Warngrenzen stellen bei Qualitätsregelkarten eine Art Frühwarnsignal dar. Werden sie überschritten, muss der Prozess genauer beobachtet werden, jedoch ohne sofort eingreifen zu müssen.
Die Überschreitung einer Eingriffsgrenze bedeutet dagegen, dass Mess- oder Prüfprozess als nicht mehr beherrscht gilt und unverzüglich Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden müssen.