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(2 Tage)

Nachweise für Maschinenfähigkeit und Prüfprozesseignung gemäß SPC-Manual (VDA/AIAG) & ISO 22514-2

Voraussetzung: Grundlagen der Statistik

In der industriellen Produktion wird insbesondere bei neuen Produkten oder signifikanten Änderungen der Fertigungstechnologie zunächst eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung durchgeführt. Damit kann festgestellt werden, ob die Einrichtung prinzipiell für das herzustellenden Produkt geeignet ist. Erst wenn das gegeben ist, wird eine Prozessfähigkeitsanalyse durchgeführt. Diese Untersuchung hilft Ihnen dabei festzustellen, ob die Produktion unter Langzeitbedingungen stabil bleibt.

Der Nachweis von Prozess- und Maschinenfähigkeit ist ein essenzieller Bestandteil der Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung. Die notwendigen Kenntnisse vermitteln wir Ihnen in diesem Training. Dabei nutzen wir weitestgehend Softwareprogramme und zeigen die Anwendung der Verfahren anhand von Praxisbeispielen.

Dieses Maschinenfähigkeits- und Prozessfähigkeitstraining basiert auf ISO 22514-2. Gleichzeitig kann dieser Kurs als SPC-Manual-Schulung betrachtet werden, denn er bezieht alle Grundsätze und Methoden des bald erscheinenden harmonisierten SPC-Manuals mit ein, einem gemeinsamen Leitfaden des VDA und der AIAG.

Unsere Trainingsangebot zur Maschinenfähigkeit und Prüfprozesseignung im Detail

Zum Inhalt:

  • Referenzierte Normen
  • Begriffe, Definitionen
  • SPC-Regelkreis und Einflussfaktoren
  • Tolerierungs- und Verantwortungsgrundsätze
  • Vorbereitung der Anlage für Durchführung einer Maschinenfähigkeitsuntersuchung
  • Eignung Messprozess
  • Maschinenleistung
  • Vorläufige Prozessfähigkeit
  • Langzeit-Prozessfähigkeit
  • Dokumentation der Ergebnisse
  • Bestimmung und Interpretation der Kennwerte Pm, Pmk, Pp, Ppk, Cp, Cpk in der Fertigung
  • Situationsbezogene Grenzwerte
  • Interpretation der Ergebnisse
  • Stabilitätsbetrachtung
  • Betrachtung verschiedener Sonderfälle
Szene aus einer industriellen Produktion mit Messarmen, für die eine Untersuchung der Maschinenfähigkeit notwendig ist.

Weiterführende Informationen

Was ist der Unterschied zwischen Maschinenfähigkeit und Prozessfähigkeit?

Eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung wird auch Kurzzeit-Fähigkeitsuntersuchung genannt. Mit ihrer Hilfe wird lediglich festgestellt, ob die Maschine oder Fertigungseinrichtung prinzipiell dazu geeignet ist, das entsprechende Produkt herzustellen, z. B. vor einem neuen Serienanlauf oder bei signifikanten Änderungen eines bestehenden Produktionsprozesses. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Vorgang und sie dient nur dazu, die durch die Maschine bedingten Einflüsse zu beurteilen.

Im Anschluss erfolgt in der Regel eine Kurzzeit-Prozessfähigkeitsanalyse, die ermittelt, ob sich Ergebnisse der zuvor durchgeführten Maschinenfähigkeitsuntersuchung in der realen Serienproduktion verändern. Hierbei werden alle Einflüsse (Mensch, Material, Umwelt, …) berücksichtigt. Diese vorläufige Prozessfähigkeit kann auch angewandt werden, wenn eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung nicht möglich ist.

Abschließend dient die Prozessfähigkeits- oder Langzeitanalyse dazu festzustellen, ob die Produktion unter realen Bedingungen langfristig stabil bleibt.

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Was haben Prozess- und Maschinenfähigkeit mit dem SPC-Manual und ISO 22514-2 zu tun?

Die statistischen Verfahren zur Abnahme von Maschinen und Fertigungseinrichtungen sowie zur Prozessqualifikation sind im neu erscheinenden SPC-Manual vom Verband der Automobilindustrie (VDA) e.V. und der Automotive Industry Action Group (AIAG) sowie in ISO 22514-2 definiert und beschrieben. Die erforderlichen Kennwerte zur Bestimmung der Maschinenfähigkeit und Prozessfähigkeit sind u.a.

  • Maschinenleistungsindex Pm und kleinster Maschinenleistungsindex Pmk
  • Prozessleistungsindex für instabil eingestufte Prozessverteilung Pp und kleinster Prozessleistungsindex für instabil eingestufte Prozessverteilung Ppk
  • Prozessfähigkeitsindex für stabil eingestufte Prozessverteilung Cp und kleinster Prozessfähigkeitsindex für stabil eingestufte Prozessverteilung Cpk.

Deren korrekte Bestimmung und Interpretation stellen sicher, dass die Mess- und Prüfergebnisse zuverlässig sind, womit Sie Fehlentscheidungen vermeiden. Darum ist es wichtig, sich an diese Normen oder die jeweils geltenden Firmenrichtlinien zu halten.

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Was sind die Kennwerte einen Maschinenfähigkeitsuntersuchung oder Prozessfähigkeitsuntersuchung?

Der Maschinenleistungsindex Pm und kleinste Maschinenleistungsindex Pmk werden in einer Maschinenfähigkeitsuntersuchung zur Ermittlung der Kurzzeitfähigkeit berechnet.

Der Prozessleistungsindex für instabil eingestufte Prozessverteilung Pp und kleinste Prozessleistungsindex für instabil eingestufte Prozessverteilung Ppk sowie der Prozessfähigkeitsindex für stabil eingestufte Prozessverteilung Cp und der kleinste Prozessfähigkeitsindex für stabil eingestufte Prozessverteilung Cpk sind die Kennwerte zur Untersuchung der Prozessfähigkeit, sowohl Kurzeit als auch Langzeit. Ein Prozess gilt dabei als instabil, wenn sich mindestens ein Parameter über die Zeit verändert.

In Firmenrichtlinien werden oftmals eigene Bezeichnungen und Symbole für diese Kennwerte genutzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, entsprechende Vorgaben und Anforderungen genau zu prüfen und sich bei einer Kunden-Lieferanten-Beziehung auf einen gemeinsamen Ansatz zu einigen.

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Wie viele Teile sind zur Berechnung der Maschinenfähigkeit, vorläufigen und Langzeit-Prozessfähigkeit notwendig?

Für eine Maschinenfähigkeitsuntersuchung werden in der Regel mindestens 50 Teile analysiert. Zur Berechnung der vorläufigen Prozessfähigkeit wird ein Mindestumfang von 100 Teilen empfohlen. Bei der Langzeit-Prozessfähigkeit kommt es nicht auf die konkrete Anzahl der Teile an. Es ist wichtig, dass ein angemessen langer Zeitraum unter normalen Serienbedingungen überwacht wird, damit alle möglichen Einflussfaktoren zum Tragen kommen können. Empfohlen werden mindestens 20 Produktionstage.

Firmenrichtlinien enthalten oftmals Ansätze und Anforderungen, die nicht absolut deckungsgleich mit allgemeinen Normen und Richtlinien sind. Daher ist es wichtig, den geforderten Zeitraum und Datenumfang im Vorfeld zu prüfen und sich bei einer Kunden-Lieferanten-Beziehung auf einen gemeinsamen Ansatz zu einigen.

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